WKV STUTTGART: FEMALE FUTURES WORKSHOP

CALL FOR PARTICIPANTS
"Female Futures Workshop"
im Rahmen von
"50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968"
im Württembergischen Kunstverein Stuttgart

Montag, 20.August — Freitag, 24. August 2018, 11-18 Uhr
Freitag, 24.08.2018, 19 Uhr: Präsentation der Workshop Ergebnisse

Sprache: Englisch
Veranstaltungsort: Württembergischer Kunstverein Stuttgart

WORKSHOP von Mona Mahall, Asli Serbest, Adelheid Schulz, Sheri Wills

Ausgehend von der forschungsbezogenen Installation Female Futures in der aktuellen Ausstellung “50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus”, befasst sich der Workshop mit performativen und filmischen Praktiken vor Ort. Ziel ist die durch feministische Theorie und utopische Projekte informierte Auseinandersetzung mit der Moderne und der Bauhaus Kultur.
Zum Workshop sind Teilnehmer*innen zur Interaktion mit der Ausstellung eingeladen und Prozesse zu erfinden, die kontinuierlich dokumentiert werden. Am 24. August werden die Ergebnisse öffentlich präsentiert.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, bitte registrieren Sie sich bis zum 30. Juli 2018 per E-Mail an Natalie Storelli storelli@wkv-stuttgart.de.

Über "50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968" und Female Futures

Die Ausstellung "50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968" unternimmt eine kritische Relektüre der Ausstellung, die vor 50 Jahren, am 4 Mai 1968 im Württembergischen Kunstverein (WKV) eröffnet wurde — ein Tag nachdem Student*innen in Paris den sogenannten „Mai 68“ ausgerufen haben.

Als Teil der Ausstellung „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus“ untersucht die wachsende Installation "Female Futures" die Denk- und Projektansätze zwischen 1918, 1968 und 2018, die alternative Zukunftsvisionen aus einer feministischen Perspektive entwickelt haben: Architektonische Entwürfe und Spekulationen, Ideen und Programme eröffnen eine Diskussion im Moment politischer und sozialer Regression. In Reaktion auf ideologische Implikationen und Effekte der Moderne, schaffen diese Arbeiten Konzepte für neue materiale, soziale, politische und ästhetische Räume.
Aus den USA kehrte das Bauhaus nicht nur als neuer Stil und neue Tradition zurück, die seine Identifikation mit dem freien und demokratischen kapitalistischen Westen gegenüber einem kommunistischen Osten erlaubte. Das Bauhaus symbolisierte auch die räumliche Matrix einer recycelten Militärtechnologie, durch die sich der expandierende Kapitalismus nach dem Zweiten Weltkrieg global ausdehnen konnte. Es trug zur Formung eines techno-politischen Nachkriegsraums bei, der Fortschritt verkörperte und gleichzeitig von der kompletten Zerstörung durch einen nächsten globalen Krieg bedroht war.
Während dieser Zeit des Kalten Krieges entwarfen die britischen Architekten Alison und Peter Smithson das House of the Future (1956) als Plastikvision und Luftschutzbunker zugleich. Archigram entwickelte mit dem Projekt Instant City (1964-70) einen großen Zeppelin, der abgelegene Orte aufsuchen und bespielen konnte. Die Neo-Avantgarde-Gruppe war zwar von Popkultur und Massenmedien beeinflusst, blieb jedoch in ihrem technokratischen Optimismus unpolitisch. Sie ignorierte nicht nur zeitgenössische Ideen zu Feminismus und Ökologie, sondern kultivierte zudem den Machismo der heroischen Moderne. Diese Haltung forderte letztendlich die amerikanische Künstlerin und Erfinderin Francis Gabe mit ihrer Vision für das Self-Cleaning House (1979-2007) heraus. Angelehnt an den modernistischen Küchenentwurf (1926) der Kommunistin und Aktivistin Margarete Schütte-Lihotzky, zeigt das komplexe Projekt eine feministische Aneignung von Technologie, die der Erfinderin sogar ein Patent einbrachte.
Während die Bauhaus-Ausstellung von 1968 die Neo-Avantgarde schlicht ignorierte und ein intaktes Bild der klassischen Moderne zeichnete, klammerte sie Architektur als Modus sozialen und politischen Engagements mit feministischer Agenda aktiv aus. Die Installation will diese Lücken und Ausschlüsse füllen, indem sie eine fragmentarische Sammlung von Plänen, Bildern, Modellen und Programmen feministischer Visionen zusammenbringt.
(Konzept von Asli Serbest, Mona Mahall)

SHERI WILLS (New York)
Die amerikanische Künstlerin Sheri Wills beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Film, Video-Performance und Installation. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt, darunter Einzelausstellungen in der Director's Lounge in Berlin, das Robert Beck Memorial Cinema in New York und die International Experimental Cinema Exposition. Ihre Filme wurden im London Film Festival, Internationalen Filmfestival in Rotterdam und Museum of Modern Art (MOMA) in New York gezeigt und sind u.a. in dem Buch Sonic Graphics: Seeing Sound von Matt Woolman (Rizzoli) publiziert.
Sheri Wills erhielt einen MFA in Film und moderner Kunstgeschichte, Theorie und Kritik, beide von der School of the Art Institute of Chicago (SAIC). Sie hat ihre Bachelor-Arbeit in Visual Arts an der University of California in San Diego gemacht.
Sie ist Professorin im Fachbereich Film / Animation / Video an der Rhode Island School of Design. Sie lebt in New York City.
sheriwills.net

ADELHEID SCHULZ (Stuttgart)
Adelheid Schulz ist Gründerin und künstlerische Leitung von theater.prekariat. Sie hat als freie Schauspielerin in Berlin, Basel und Stuttgart gearbeitet. Seit 2000 entwickelt sie eigene Inszenierungen u. a. in Basel, Stuttgart, Essen und Jena. Seit 2010 ist sie Mitglied im Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg. Ihre Konzeptionen und Inszenierungen interdisziplinärer Arbeiten und Produktionen umfassen u. a. Kalkül.Hölderlin (Ludwigsburg/Basel 2010); Traumvogels Ende von Sudabeh Mohafez (Ludwigsburg 2012), affe|käfer|hund – Körpertexturen in Koproduktion mit UNO ART SPACE (Stuttgart 2014); Spuren, Spuren – Performance and agency work in Kooperation mit Württembergischer Kunstverein (Stuttgart 2015); Zappzarapp – from the heart to the sky in Kooperation mit Treffpunkt Rotebühlplatz (Stuttgart 2015). Seit 2016 Inszenierungen in Kooperation mit Schauspiel Stuttgart: Herakles Kinder (2016) in Co-Regie mit Armin Petras, Linien.Grenzen.Räume (2017) und Paradies gesucht (2018).
theater.prekariat entwickelt theatrale Diskursproduktionen an der Schnittstelle zwischen Theater und bildender Kunst. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die Erforschung des Koordinatensystems Stadt-Raum-Mensch. Aktionen, Erzählungen, Bilder, Objekte, Videos werden entlang der Bruchlinie von Dokumentation und Fiktion installiert und inszeniert.
www.theater-prekariat.de

MONA MAHALL (Berlin, Hamburg)
Mit dem Kollektiv m-a-u-s-e-r arbeitet Mona Mahall seit 2007 zu Fragen des Raums in unterschiedlichen Medien, vor allem an Installationen, Ausstellungen, Objekten, Bühnen, Video und Texten. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und publiziert, unter anderem in der Pinakothek der Moderne München (2017), Istanbul Design Biennale (2016), Art Center Los Angeles (2015), Shenzhen Bi-City Biennale of Urbanism/Architecture (2015), Württembergische Kunstverein Stuttgart (2015, 2018), Storefront for Art and Architecture New York (2014, 2015), Biennale di Venezia (2012, 2014), Künstlerhaus Stuttgart (2013), HKW Berlin (2012), New Museum New York (2009); in e-flux Journal, Volume Magazine, Perspecta, AArchitecture, Ach, The Gradient/Walker Art Center, etc.
Zusammen mit Asli Serbest gibt sie das internationale Magazin Junk Jet. heraus (seit 2007). Mona Mahall hat über spekulative Entwurfsstrategien in der Moderne promoviert (mit Auszeichnung).
Sie hat als Professorin für Grundlagen der Gestaltung und experimentelles Entwerfen an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Cornell University gelehrt, bevor sie als Professorin für Architektur und Kunst an die HafenCity Universität Hamburg berufen wurde.
m-a-u-s-e-r.net

ASLI SERBEST (Berlin, Bremen)
Asli Serbest (geboren in Istanbul) arbeitet mit dem Kollektiv m-a-u-s-e-r zu Fragen des Raums in unterschiedlichen Medien, vor allem an temporären Räumen, Ausstellungen, Installationen, Objekten, Bühnen, Video und Texten. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und publiziert, unter anderem in der Pinakothek der Moderne München (2017), Istanbul Design Biennale (2016), Art Center Los Angeles (2015), Shenzhen Bi-City Biennale of Urbanism/Architecture (2015), Württembergische Kunstverein Stuttgart (2015, 2018), Storefront for Art and Architecture New York (2014, 2015), Biennale di Venezia (2012, 2014), Künstlerhaus Stuttgart (2013), HKW Berlin (2012), New Museum New York (2009); in e-flux Journal, Volume Magazine, Perspecta, AArchitecture, Ach, The Gradient/Walker Art Center, etc.?Zusammen mit Mona Mahall gibt sie das internationale Magazin Junk Jet heraus (seit 2007).
Asli Serbest hat als Professorin für Grundlagen der Gestaltung und experimentelles Entwerfen an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Rhode Island School of Design gelehrt, bevor sie als Professorin für Temporäre Bauten an die Hochschule für Künste Bremen berufen wurde.
m-a-u-s-e-r.net

Abb:
Collage: Rendering der Hochhausstadt von Ludwig Hilberseimer (1924) / Photographie des Braut-Hauses von 1956 von House Beautiful / Zeichnung, Courtesy: Asli Serbest, Mona Mahall

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