WKV Stuttgart: Juli Programm

Mittwoch, 4. Juli 2018, 19 Uhr
KURATOR*INNENFÜHRUNG
im Rahmen der Ausstellung
"50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968"
mit Iris Dressler

Ein Rundgang mit der Kuratorin Iris Dressler zu den vier Ausstellungssegmenten der Schau "50 Jahre nach 50 Jahren Bauhaus 1968":
Ausgehend von Herbert Bayer, der das Ausstellungsdesign der 1968er-Bauhaus-Ausstellung in Stuttgart gestaltet hat, beschäftigt sich der erste Strang mit den Ambivalenzen des Grafik- und Ausstellungsdesigns der 1920er- bis 1940er-Jahre, das zwischen Experiment und Propaganda angesiedelt ist. Der zweite Strang der Ausstellung setzt das Bauhaus und sein Umfeld in Beziehung zu den künstlerischen Bewegungen der 1950er- bis 1970er-Jahre. Hierbei geht es insbesondere um die künstlerischen Gegenmodelle zu Rationalisierung, Normierung und zur funktionalen Stadt. Der Fokus des dritten Strangs liegt auf den Verschränkungen zwischen der modernen Avantgarde und dem militärisch-industriellen Komplex: zwischen Luftbild und Luftkrieg, Wohnungsbau- und Rüstungsindustrie. Und der vierte Strang schließlich versteht sich als ein Ausblick auf die möglichen Erzählungen einer multiplen Moderne. Mit dem Jahr 1989 und der darauffolgenden Globalisierung lässt sich das Bild einer westlich dominierten Moderne nicht mehr halten. Stattdessen gilt es, die Beziehungen zwischen Tradition und Fortschritt, Kunstgewerbe und Kunst, populären und elitären Künsten, sowie der Welt der Kolonialisierten und der Kolonisatoren immer wieder neu zu bewerten.

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Freitag, 13. Juli 2018, 19:30 Uhr
PROJEKTVORSTELLUNG
"Wohnprojekt à la Mietshäusersyndikat"
die AnStifter und der Kesselhof
in Kooperation mit dem Württembergischen Kunstverein

Wir befinden uns im Jahr 2018. Überall wird gebaut, Eigentumswohnungen schießen aus dem Boden, Wohnen in Miete wird knapper und teurer und öffentlicher Raum wird an Investoren verschachert. Ganz Stuttgart befindet sich im Ausverkauf. Ganz Stuttgart? Nein! Eine Gruppe von unbeugsamen StuttgarterInnen leistet dem Widerstand. Im Stadtteil Botnang entsteht ein Wohnprojekt, das für 15 Menschen sicheren Wohnraum schafft: Der Kesselhof, gemeinschaftlich, selbstverwaltet und generationenübergreifend. Das Besondere daran: der Kesselhof funktioniert nach dem Prinzip des Mietshäuser Syndikats. Die Häuser sind kein Privatbesitz, sondern sind und bleiben Gemeineigentum. Die alte Idee von Gemeineigentum und Allmende sowie die ersten Projekte gemeinschaftlichen Wohnens und Arbeitens von vor über 200 Jahren werden durch das neue Modell vom Mietshäuser Syndikat neu interpretiert und weiter entwickelt. Primäres Ziel: Wohnraum dem Immobilienmarkt entziehen und in Gemeineigentum zu bringen, um sicheren und dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der auch zukünftigen Generationen zur Verfügung steht.

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Mittwoch, 18. Juli 2018, 19:00 Uhr
VORTRAG
"Wir demonstrieren! (linksbündig bis zum schluss) Hochschule für Gestaltung Ulm 1968"
mit Christiane Wachsmann (Kuratorin am Museum Ulm / HfG-Archiv Ulm)
im Rahmen der Ausstellung
"50 Jahre Bauhaus nach 50 Jahre Bauhaus 1968"

1968, im Jahr der Studentenrevolte, wurde die Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG) geschlossen. Ein ehrgeiziges Bildungsprojekt der jungen Bundesrepublik fand damit sein Ende. In den 1950er und 1960er Jahren hatte sich die Stadt Ulm zu einem Brennpunkt des politisch-kulturellen Lebens in der jungen Bundesrepublik entwickelt – nicht zuletzt wegen ihrer modernen Gestalterhochschule und den Impulsen, die von dort ausgingen. Die HfG-Mitglieder hatten versucht, die Moderne in eine feste – eine gut gestaltete – Form zu gießen. Sie wollten eine neue Welt schaffen, mit sozialer Gerechtigkeit und guten Lebensbedingungen in einer gut gestalteten Umwelt für alle. Im Jahr 1968 wurde die junge Bundesrepublik nicht nur von den Studentenunruhen erschüttert. Zum ersten Mal seit Beginn des Wirtschaftswunders stagnierte auch die wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig begann eine Diskussion über die Rolle des Industrie-Design in der modernen Überflussgesellschaft. Diese Diskussion dauert bis heute an – und fand auch in der HfG noch ihren ersten Niederschlag, bevor die Schule geschlossen wurde.

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Sonntag, 22. Juli 2018, 13:00 Uhr
FÜHRUNG IN DER
Weissenhofsiedlung / Kochenhofsiedlung
in Kooperation mit dem Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier

Treffpunkt: Weissenhofwerkstatt im Haus Mies van der Rohe, Am Weissenhof 20, 70191 Stuttgart

Führung durch die Kochenhofsiedlung mit Bezugnahme auf die Weissenhofsiedlung und Exkurs zur Ausstellung "50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“:
Die Weissenhofsiedlung gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse des Neuen Bauens. Sie entstand 1927 als Bauausstellung des Deutschen Werkbundes in Trägerschaft der Stadt Stuttgart. Keine der nachfolgenden Werkbund-Ausstellungen erlangte eine vergleichbare internationale Ausstrahlung. Trotz erheblicher Zerstörungen im 2. Weltkrieg präsentiert sie sich bis heute als hochrangiges kulturelles Bauensemble des 20. Jahrhunderts mit Frühwerken von Architekten, welche die moderne Architektur prägten.
Die Kochenhofsiedlung wurde 1933 innerhalb weniger Monate unter Leitung des Architekten Paul Schmitthenner (1884-1972) im Rahmen der Bauausstellung "Deutsches Holz für Hausbau und Wohnung" unter Mitwirkung der Deutschen Forstwirtschaft erstellt. Ziel war es, mit der Siedlung ein "traditionalistisches" Gegenmodell zu der 1927 errichteten Weissenhofsiedlung in Stuttgart-Nord zu schaffen.

HINWEIS: Während der gesamten Laufzeit der Ausstellung "50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968" erhalten Sie einmalig kostenfreien Eintritt in das Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier sowie in den Württembergischen Kunstverein nach Vorlage der jeweiligen Eintrittskarte.

Weitere Informationen zur Weissenhofsiedlung unter:
www.weissenhofmuseum.de

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Sonntags, 15 Uhr
KOSTENFREIE ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN

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Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.wkv-stuttgart.de

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