50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968

5. Mai - 23. September 2018

KONFERENZ
14. + 15. September 2018
Sprache: Deutsch (mit englischer Übersetzung)

Die Konferenz greift zentrale Themen der Ausstellung auf und vertieft diese in Vorträgen von Bauhaus-Expert*innen wie Patrick Rössler (Professor an der Universität Erfurt), Philipp Oswalt (Professor an der Universität Kassel) oder Marion von Osten (Kuratorin des Projektes Bauhaus Imaginista). Dabei geht es um die ambivalenten Haltungen einiger Bauhäusler*innen gegenüber dem Nazi-Regime – insbesondere im Bereich des Grafik- und Ausstellungsdesigns –, um eine Befragung der von Walter Gropius dominierten Rezeptionsgeschichte des Bauhauses – zu der auch die Ausstellung 1968 in Stuttgart beitrug – sowie um eine globale Kontextuierung der berühmten Schule.

Der Beitrag des britischen Künstlers und Autors John Barker geht den Beziehungen zwischen der Profilierung des Bauhauses ab Mitte der 1920er-Jahre, den Prinzipien der wissenschaftlichen Betriebsführung wie sie 1911 von Frederick Winslow Taylor etabliert wurden, und dem Arbeitsbegriff der Nationalsozialisten nach. Der Künstler und Kurator Axel Heil (Professor an der Staatlichen Akademie der Künste, Karlsruhe) beschäftig sich wiederum mit der von Asger Jorn 1953 gegründeten Internationalen Bewegung für ein Imaginistisches Bauhaus und dessen Beziehungen zu den radikalen künstlerischen Bewegungen der Nachkriegszeit wie den Lettrist*innen und Situationist*innen.

Neben Vorträgen umfasst das Programm einen neuen Film der Wiener Künstlerin Ines Doujak sowie eine eigens für die Ausstellung entwickelte Performance der spanischen Künstlerin Maria Salgado, die auf Helmut Heißenbüttels Gedicht Der Mann, der lesbisch wurde von 1967 antwortet. Dieses Gedicht – vorgetragen von Heißenbüttel selbst, der dabei in einem der berühmtesten Bauhaus-Stühle sitzt – bildet den Prolog zur Ausstellung 50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus.

PROGRAMM

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Freitag, 14. September 2018
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16:30 Uhr
Iris Dressler, Hans D. Christ (Direktor*innen Württembergischer Kunstverein)
Kurator*innenführung
durch die Ausstellung „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“

18:30 Uhr
Iris Dressler, Hans D. Christ
EINFÜRHUNG
„50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“

19 Uhr
Philipp Oswalt (Professor für Architekturtheorie und Entwerfen an der Universität Kassel)
VORTRAG
Tod durch Idealisierung
Zur Bauhausausstellung 1968 und deren Vorgeschichte

20 Uhr
Maria Salgado (Autorin und Performancekünstlerin, Madrid)
PERFORMANCE
Die 1, die eine 3 wurde.
2 Variationen über Helmut Heißenbüttels „Der Mann, der lesbisch wurde“

Mit ihrer eigens für die Ausstellung konzipierten Performance „Die 1, die eine 3 wurde. 2 Variationen über Helmut Heißenbüttels ‚Der Mann der lesbisch wurde‘“ bietet Salgado dem Publikum eine erweiterte Neuinszenierung des Heißenbüttel Gedichts von 1967. Durch das Austauschen, Ersetzen oder Einfügen von Begriffen in zwei unterschiedliche Variationen verschiebt sie subtil die Bedeutung von „Der Mann, der lesbisch wurde“ und reflektiert und konfrontiert somit Heißenbüttels Vortrag seines deutschen Gedichts 1967 mit dem live Vortag ihrer eigenen spanischen Variationen.

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Samstag, 15. September 2018
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11 Uhr
Patrick Rössler (Kommunikationswissenschaftler, Professor an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt)
VORTRAG
‘I had a good life in Berlin’
Herbert Bayer, das Studio Dorland und die deutsche Werbegrafik der 1930er Jahre

Patrick Rössler beleuchtet mit seinem Vortrag die Anfänge der erfolgreichen Karriere Herbert Bayers als Grafikdesigner. Er nimmt die Arbeit des von Bayer gegründeten Studio Dorland in den1930er Jahren näher in den Blick, welche sich unter der Mitarbeit ehemaliger Bauhaus-Studierender wie Kurt Kranz, den Gebrüdern Neuner oder Max Gebhardt stets auf einem schmalen Grat zwischen künstlerischer Selbstbehauptung und Anpassung an die staatsoffizielle Propagandalinie bewegte.

12 Uhr
Axel Heil (Künstler, Kurator, Professor an der Staatliche Akademie der Künste, Karlsruhe)
VORTRAG

Axel Heil beschäftig sich in seinem Vortrag mit der von Asger Jorn 1953 gegründeten Internationalen Bewegung für ein Imaginistisches Bauhaus und dessen Beziehungen zu den radikalen künstlerischen Bewegungen der Nachkriegszeit wie den Lettrist*innen und Situationist*innen.

13 Uhr
Mittagspause

14 Uhr
John Barker (Künstler und Autor, Wien / London)
Bauhaus And The Human Motor (Englisch)

Der Beitrag von John Barker geht den Beziehungen zwischen der Profilierung des Bauhauses ab Mitte der 1920er-Jahre, den Prinzipien der wissenschaftlichen Betriebsführung wie sie 1911 von Frederick Winslow Taylor etabliert wurden, und dem Arbeitsbegriff der Nationalsozialisten nach.

15 Uhr
Marion von Osten (Kuratorin u.a. des Projektes „Bauhaus Imaginista“)
Worlding the Bauhaus
VORTRAG

Marion von Osten beleuchtet mit ihrem Vortag die transkulturelle Austauschbeziehungen des Bauhauses mit anderen radikalen pädagogischen Experimenten und ästhetischen Bewegungen. Über den Euro-Amerikanische Kanon der Bauhaus Geschichtsschreibung hinaus wirft von Osten aus der Perspektive der Transkulturellen Moderne einen Blick zurück auf das Bauhaus. Die Betrachtung über den nationalen Container hinaus macht deutlich, dass es nicht die Stile oder feststehenden Kategorien sind, die die Schule zur internationalen Referenz werden ließen, sondern seine hybride Verfasstheit und Vielstimmigkeit.

17 Uhr
Mona Mahall, Asli Serbest (Künstlerinnen und Architektinnen, Berlin)
Female Futures Lexikon
LECTURE PERFORMANCE

Ausgehend von ihrer forschungsbezogenen Installation Female Futures in der aktuellen Ausstellung “50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968”, entwickeln Mona Mahall und Asli Serbest ein Lexikon des utopischen Alltäglichen. Es enthält durch feministische Theorie und Praxis informierte Raumspekulationen und Architekturprojektionen, die alternative materielle, soziale, politische und ästhetische Vorstellungen von (Zusammen-)Leben entwerfen und von A bis Z die Auseinandersetzung mit der Moderne und der Bauhaus Kultur suchen.

18 Uhr
Ines Doujak (Künstlerin, Wien)
FILM PRÄSENTATION

Ines Doujak, deren Werk „Bauhütte“ (2018) eigens für die Ausstellung „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“ entstanden ist, wird im Rahmen der Konferenz eine neue Filmarbeit präsentieren.

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